Die Maultrommel richtig halten
Die wichtigsten Voraussetzungen für einen sauberen Klang bei Instrumenten mit weichem Rahmen und engen Spalten.
Viele Anfänger erschrecken über das metallische Klingeln und Klappern mancher Maultrommeln und bemerken eine übermäßige Anspannung in Hand und Lippen. Oft denken sie: „Ich schlage gegen die Zähne“ oder „Das Instrument ist fehlerhaft“. Tatsächlich berührt die Zunge aber die Rahmenschenkel, weil der Spieler diese zu stark zusammendrückt. Das betrifft besonders Instrumente mit engem Spalt und weichem Rahmen. Kleine Spalte sind ein Qualitätsfaktor: Sie ermöglichen mehr Lautstärke und ein breiteres Spektrum. Wer deshalb gleich zu großen Spalten oder einem starren Rahmen wechselt, gewöhnt sich womöglich daran, das Instrument mit aller Kraft zusammenzudrücken. Das erschwert später den Zugang zu größerer Vielfalt und besserem Klang. In den letzten Jahren entwickelt sich die Akustik der Maultrommeln rasant: Die Spalte werden kleiner, die Qualität und der Spielgenuss erreichen ein Niveau, das mit den Instrumenten vergangener Jahrhunderte kaum vergleichbar ist. Wer österreichische oder altaiische Souvenirinstrumente gewohnt ist, muss sich umstellen.
Einige einfache Regeln helfen, dieses Klappern vollständig zu vermeiden. So kann man entspannter, ohne überflüssige Anstrengung und mit einem sauberen, leicht ansprechenden Klang spielen.
Die wichtigsten Ursachen für Klappergeräusche
- Die Griffhaltung. Die haltende Hand darf keine Kraft ausüben, die die Rahmenschenkel zusammendrückt. Stellen Sie sich zwei flache Brettchen vor, zwischen denen das Instrument liegt. Umschließen Sie es nicht wie ein Rohr mit der Faust oder einem Fingerring. Die Haltung ist die Grundlage für einen sauberen Klang.

Abb. 1: Das erste Fingergelenk drückt die Rahmenbasis genau senkrecht zur Rahmenebene; Zeige- und Ringfinger wirken genau in Gegenrichtung (grüne Bereiche). Ein Teil des Daumenballens und/oder die Spitzen von kleinem Finger und Ringfinger berühren Wange oder Kinn. Dadurch lässt sich die Position der Hand zum Kopf vollständig kontrollieren (gelbe Bereiche).





Abb. 2–7: Falsche Haltungen – die Finger drücken den Rahmen von oben und unten zusammen. 
Abb. 8: Die Finger drücken den Rahmen zusammen und fixieren ihn zugleich nicht in seiner Ebene. Die Maultrommel dreht sich um die senkrechte Achse und lässt sich nicht sicher an die Zähne anlegen.
Abb. 9: Der Daumen liegt im Weg der Zunge und dämpft sie. - Der Druck gegen die Zähne. Drücken Sie weder zu stark noch zu schwach. Die richtige Kraft lässt sich leicht ausprobieren: Die Maultrommel muss stets fest anliegen und darf sich beim Schwingen der Zunge nicht von den Zähnen lösen.
- Die Lippen drücken die Rahmenschenkel zusammen. Oft bemerkt man das erst im Spiegel. Bei den ersten Tönen richtet sich die Aufmerksamkeit ganz auf Hand und Haltung; die Lippen führen ein Eigenleben. Öffnen Sie sie zunächst bewusst, ohne die Schenkel zu berühren. Sobald ihr Einfluss ausgeschlossen ist, umschließen Sie das Instrument nach und nach wieder leicht, um den Klang zu verstärken. Ohne Kraft!
- Bewegungen des Unterkiefers. Diese anfangs schwer erkennbare Ursache führt ebenfalls zum Klirren. Sie tritt bei lebhafter Artikulation und im Eifer des Spiels auf, ähnlich wie beim lauten Sprechen. Bewahren Sie ein unbewegtes Gesicht. ;)
- Die Genauigkeit des Anschlags. Ein schräger Anschlag kann die Zunge seitlich auslenken, sodass sie die Rahmenschenkel berührt. Im Moment des Kontakts mit dem Zungenende muss sich der Finger genau senkrecht zur Rahmenebene bewegen. Ziehen Sie das abgewinkelte Ende weder längs aus seiner Befestigung noch quer von oben nach unten oder umgekehrt.
Wir hoffen, dass diese Hinweise Ihnen helfen, empfindliche Maultrommeln voll auszukosten und sich auf die Musik zu konzentrieren, statt den Klang herauspressen zu müssen.