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Middelburg ist die Hauptstadt Zeelands, der südwestlichen Provinz der Niederlande. Hier hat sich das Maultrommelspiel in den letzten 25 Jahren zu einer neuen Tradition entwickelt: Seit 1985 setzt eine kleine Gruppe ihre musikalischen Experimente fort. Das Maultrommeltrio Aubergine ist deren jüngstes Ergebnis. Alle Mitglieder leben im mittleren Zeeland: Izz van Elk in Goes, Fons Bax in Middelburg und Janus Filius in Vlissingen. Hier stellen sie sich vor.
Izz van Elk begann als Schlagzeuger. Seit 1994 interessiert er sich für ungewöhnliche Instrumente und Obertöne, besonders für das australische Didgeridoo. Die Verbindung von Klang und menschlicher Innenwelt berührte ihn besonders. Er schloss sich der zeeländischen Gruppe Nada Naga an, die für meditative Auftritte bekannt war. Bei einem Konzert in Amsterdam gab ihm ein Mitglied seine erste Maultrommel, mit der seine lange Reise durch die Obertonwelt begann: einen Altai-Komus von Vladimir Potkin. Gleichzeitig spielte Izz in der Folkgruppe Primrose seiner Heimatstadt und trat im Duo mit Gérard Verkerke auf. 1999 lud Fons Bax ihn zur Aufnahme seiner zweiten Maultrommel-CD ein. Seitdem spielte er in allen daraus hervorgegangenen Gruppen: Kwintes Ensemble, Duo Aubergine, Maultrommeltrio Stryk-en-Zet und Maultrommeltrio Aubergine. Die Auftritte führten nach Brüssel, Groningen, Rotterdam, Vlissingen, Middelburg, Goes und viele andere Städte. Besonders eindrucksvoll blieb das Eröffnungskonzert mit Stryk-en-Zet beim 5. Internationalen Maultrommelkongress 2006 in Amsterdam, auf dem Titelbild festgehalten.
Izz sagt: „Es ist ein faszinierendes Instrument, und wir können noch immer nicht aufhören, darauf zu spielen. Ständig entdecken wir neue Ausdruckstechniken. Vieles davon ist auf den Basement Sessions zu hören.“
Aubergine entstand aus dem Duo von Izz van Elk und Fons Bax, das vier Jahre bestand. Der Name kam nach einem Konzert im Brüsseler Musikinstrumentenmuseum auf, als beide zufällig in gleichfarbigen violetten Hemden auf der Bühne standen.
Fons Bax arbeitete mit zahlreichen Maultrommelspielern, Instrumentalisten und Sängern zusammen. Anfangs wollte er vor allem Informationen sammeln; nach und nach entwickelte sich daraus das eigene Musizieren. Er gibt viele Konzerte und Vorträge in Westeuropa und spricht häufig im Radio über Maultrommeln. In den letzten zehn Jahren konzentrierte er sich auf Solokonzerte in Zeeland und Flandern in Belgien. Er veröffentlichte acht Artikel und Aufsätze zur kulturellen und historischen Stellung der Maultrommel in vier Sprachen: Niederländisch, Französisch, Deutsch und Englisch. Am bekanntesten ist seine 174-seitige niederländische Monografie von 1992, „De Gedachten-verdrijver. De Historie van de Mondharp“ – „Der Gedankenvertreiber. Die Geschichte der Maultrommel“ –, die dort zum Standardwerk wurde. Nach einer langen Phase mit sardischer, mazedonischer, schottischer, italienischer, irischer, englischer und indonesischer Volksmusik interessierte er sich zunehmend für neue Spielweisen. Er schuf eigene Kompositionen und Improvisationen für das gemeinsame Spiel mit befreundeten Musikern. Aubergine ist ein Beispiel dieser neuen Richtung. In 24 Jahren gründete Fons Bax neun Ensembles mit der Maultrommel als Hauptinstrument und veröffentlichte drei CDs.
An seine erste Begegnung erinnert er sich: „Ende der Siebziger zeigte mir meine Frau eine blaue Maultrommel. Ich wusste, was das war, winkte aber entrüstet ab und erklärte, dass man auf so einem primitiven Ding keine Musik spielen könne.“
2003 entstand das Duo Aubergine. Im Frühjahr 2006 lernten seine Mitglieder Janus Filius aus Vlissingen kennen und beschlossen, beim 5. Internationalen Maultrommelkongress als Trio aufzutreten. Vor dem heutigen Namen hieß die Gruppe Stryk-en-Zet, nach einer gelungenen Komposition des früheren Kwintes Ensemble. Den Namen Maultrommeltrio Kwintes Aubergine verdankt sie den gleichfarbigen Hemden, in denen alle Mitglieder auftreten.
Janus Filius hörte die Maultrommel erstmals im Ethnoladen DeBard in Vlissingen. Er lernte selbstständig anhand von Aufnahmen und Texten. Seine ersten Töne spielte er auf einem Seedeich, wo sein Weg mit dem Instrument begann. Später trat er bei Jamsessions im örtlichen Rock- und Bluespub Groen Licht auf. 2002 spielte er beim Festival Pastorale au Parvis in Zeeland. Für den regionalen Wettbewerb De Zeeuwse Belofte und den Großen Preis der Niederlande gründete er 2004 das Trio The Flushing Violent Eddies mit Maultrommel, Sopransaxofon und Mundharmonika. Die Veranstalter konnten dessen Stil jedoch nicht einordnen und schlossen es aus beiden Wettbewerben aus. Sein Gastauftritt mit The Ditch Divers bei einem Bluesfestival 2006 bestätigte, dass die Maultrommel auch im modernen Blues erfolgreich einsetzbar ist. Im selben Jahr wurde Janus das dritte Mitglied von Aubergine.
Janus: „Die Maultrommel ist meiner Meinung nach sehr wenig bekannt. Oft muss ich erklären, dass sie keine Mundharmonika ist. Die Leute haben keine Vorstellung davon. Eine Vorführung weckt großes Interesse und Staunen darüber, wie ein so winziges Stück Eisen so viele eigenartige Klänge erzeugen kann.“
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